Devider Wildpark Schwarze Berge, Abschluss, weiß, gerissen

Girgentana-Ziege

Steckbrief

Familie: Hornträger (Bovidae)
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Lebensraum: ursprünglich Sizilien; wird in Italien und in Deutschland gezüchtet
Sozialstruktur: Herdentiere
Nahrung: Pflanzenfresser
Paarungszeit:ganzjährig möglich, meist Herbst bis Frühjahr
Tragzeit: 5 Monate
Größe: Zicke 60-80 cm; Bock 80-90 cm
Gewicht: Zicke 40-50 kg, Bock 60-80 kg
Höchstalter: 10-15 Jahre und älter
Besonderheit: Die Milch der Girgentana-Ziege und der daraus hergestellte Käse werden als Delikatesse gehandelt.

Kennzeichen:

Die Girgentana-Ziege ist eine alte Landziegenrasse. Ihre Abstammung ist ungeklärt. Die besonderen Kennzeichen dieser Rasse sind die senkrecht nach oben wachsenden Korkenzieher-Hörner. Beim ausgewachsenen Bock können die Hörner bis zu 60 cm und bei der Ziege gut 40 cm lang werden. Aufgrund ihrer Korkenzieher-Hörner wird vermutet, dass die Girgentana-Ziege vom asiatischen Falconi oder Markhor abstammt. Die Färbung ist uneinheitlich, es kommen weiße, rot-braune und Mischlinge aus diesen Farbschlägen vor. Der schmale Kopf ist zum Teil gesprenkelt und im Übergang von der Stirn zum Maul konkav geformt mit kurzen, seitlich aufwärts stehenden Ohren. Die Glöckchen haben eine längliche Form. Das Fell ist mehr oder weniger langhaarig und glatt, am Kopf kurzhaarig. Der Körperbau ist zierlich, lang und schmal. Die Girgantana-Ziege ist sensibel und hat ein temperamentvolles Wesen.

Lebensraum/-weise:

Die Girgentana-Ziege stammt ursprünglich aus dem westlichen Sizilien, aus der italienischen Provinz Agrigento. Die Stadt Agrigento hieß bis 1929 Girgenti, nach ihr ist diese Hausziegenrasse benannt. Aufgrund ihrer sizilianischen Herkunft ist diese Ziege an eine warme und trockene Umgebung angepasst. Starken Frost und feuchte Weiden verträgt sie daher nicht gut. Sie wird zur Landschaftspflege eingesetzt und vornehmlich zur Milchgewinnung, aber auch zur Fleischerzeugung gehalten. Eine Ziege liefert im Jahr ca. 400 Liter Milch, welches eine enorme Leistung ist, wenn man berücksichtigt, dass sie in ihrer ursprünglichen Umgebung mit einer sehr kargen Vegetation auskommen muß. Die Milch ist von hohem Fett- und Eiweißgehalt (4,7% / 4,2 %).

Girgentana-Ziege streckt die Zunge raus
Nahrung:

Neben dem Weidegras dienen Heu, Zweige und Laub als Futter. Zwischen den Fressphasen brauchen die Ziegen Zeit zum Wiederkäuen und Ausruhen.

Fortpflanzung:

Hausziegen sind das ganze Jahr über empfängnisbereit. Meist werden Zwillingslämmer geboren. Nach 6 Monaten werden die Ziegenlämmer bereits geschlechtsreif.

Besonderheiten:

Die Girgentana-Ziege bekam in den 70er-Jahren zunehmend Konkurrenz von leistungsstärkeren Milchziegenrassen, so dass sie Anfang der 80er-Jahre kurz vor dem Aussterben stand. Ende der 80er wurden einige Tiere nach Deutschland importiert und es gelang die noch bestehenden Zuchtlinien in Italien zu koordinieren. Anfang der 90er Jahre wurde mit den letzten 200 Tieren ein Erhaltungszuchtprogramm gestartet, wodurch die Bestände sich wieder erholt haben. Heute wird die Milch der Girgentana-Ziege und der daraus hergestellte Käse als Delikatesse gehandelt.

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