Devider Wildpark Schwarze Berge, Abschluss, weiß, gerissen

Invasive Tierarten - im Wildpark

Was heißt das eigentlich?
Als invasive Tierarten werden Tiere bezeichnet, die ursprünglich nicht in einem Gebiet, wie z.B. Deutschland, heimisch waren und durch den Menschen – bewusst oder unbewusst – dorthin gebracht  wurden oder unerwartet eingewandert sind und natürliche Ausbreitungsbarrieren überwunden haben.
Einige dieser Arten vermehren sich sehr stark und haben kaum natürliche Feinde.

Invasive Tiere Collage

Was ist daran problematisch?

In der Europäischen Union gibt es eine offizielle Liste mit inzwischen über 80 Tier- und Pflanzenarten, die als invasiv eingestuft werden.
Alle EU-Länder, also auch Deutschland, sind verpflichtet, deren Ausbreitung zu kontrollieren und unsere heimische Natur zu schützen.

Links & Infos zu:

Diese invasiven Arten leben im Wildpark

Nutria

Nutria kommen aus Südamerika, wo es warm ist und es viele Flüsse gibt.
Menschen haben sie für die Pelztierzucht nach Europa brachten. auch hier fanden sie geeignete Lebensräume.

Nutrias graben Uferböschungen an und zerstören Röhrichtzonen. Dadurch gefährden sie die Brutplätze von Vögeln sowie die Stabilität der Gewässerränder.

Waschbär

Waschbären kommen eigentlich aus Nordamerika. Sie wurden für Pelztierfarmen nach Deutschland gebracht. Einige Waschbären wurden gezielt ausgewildert, andere sind einfach entkommen. 
Waschbären plündern die Nester von Vögeln, Amphibien und Kleinsäugern. Dadurch können die lokalen Bestände geschwächt werden, insbesondere die der seltenen Bodenbrüter. Waschbären verbreiten sich ziemlich schnell.

Marderhund

Marderhunde kommen ursprünglich aus Ostasien. Ab den 1920er-Jahren wurden Hunderttausende von ihnen in der damaligen Sowjetunion gezüchtet, um Pelz zu gewinnen. Viele Marderhunde wurden gezielt ausgesetzt, damit sie sich in freier Natur vermehren – andere sind aus Farmen entwischt.

Marderhunde fressen vielen heimischen Arten die Nahrung weg und können Krankheiten wie den Fuchsbandwurm verbreiten. Das belastet die heimische Tierwelt zusätzlich.

Sika Hirsch (Dybowski)

Dybowski nennt sich eine Unterart der Sika Hirsche. Sie kommen ursprünglich aus Ostasien. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden verschiedene Sikahirsch-Unterarten – darunter eben auch Dybowski – absichtlich nach Europa importiert. Sie galten als exotisch und wurden in vielen Jagdparks und großen Wildgehegen gehalten.

Dybowski-Hirsche können sich mit heimischen Rothirschen kreuzen. Dadurch kommt es zu einer genetischen Vermischung, die die ursprüngliche Rotwildpopulation langfristig verändert.

Warum leben diese Tiere trotzdem bei uns?

Im Wildpark leben sie kontrolliert und sicher. Wir möchten zeigen, wie diese Tierarten nach Deutschland kommen, warum sie überwacht werden und welche Rolle sie im Natur- und Artenschutz spielen.
So tragen wir dazu bei, ein besseres Verständnis für den Schutz unserer heimischen Tierwelt zu schaffen.