Devider Wildpark Schwarze Berge, Abschluss, weiß, gerissen

Eurasische Zwergmaus

Steckbrief

Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Lebensraum: weite Teile Mittel- und Osteuropas bis Asien; mit hoher Vegetation bestandene Gebiete
Sozialstruktur:Einzelgänger, wobei sich mehrere Individuen ein Revier teilen; Überwinterung in Gruppen
Nahrung: Allesfresser
Paarungszeit: März-Oktober; 2–3 Würfe
Tragzeit: 21 Tage
Größe:
55-75 mm
Gewicht: 5-11 g
Höchstalter: 6-12 Monate; in menschlicher Obhut 3-5 Jahre
Besonderheit: Die Zwergmaus ist das kleinste Nagetier Europas.

Kennzeichen:

Die Zwergmaus ist das kleinste Nagetier Europas. Ihre Oberseite ist rotbraun bis dunkelbraun. Die Unterseite ist weiß. Der lange zweifarbige Schwanz wird als Greifschwanz zur Fortbewegung entlang von Halmen benutzt. Die kurzen behaarten Ohren ragen kaum aus dem Fell hervor. Die Augen sind klein und dunkelbraun. Auf Grund ihres kleinen Schädels können sich Zwergmäuse durch Löcher von einem Zentimeter Durchmesser zwängen.

Lebensraum/-weise:

Zwergmäuse sind in weiten Teilen Eurasiens verbreitet, von Großbritannien über Mittel- und Osteuropa bis China. Sie bewohnt meist tiefergelegene Gebiete, kommt allerdings gebietsweise bis in 1700 m Höhe vor. Geeignete Lebensräume sind Flussufer, Feuchtwiesen mit Hochgrasbeständen, Au- und Laubbruchwaldbereiche. Die Zwergmaus besiedelt Gebiete mit einer Vegetation von mindestens 50 cm Höhe, wie hohe Gräser, Schilf- und Röhrichtbestände und Bambusdickichte. Gelegentlich findet man sie auch in Hecken oder Getreide- und Reisfeldern. Zur Überwinterung sucht sie strauchreiche Waldränder auf. Die Zwergmaus ist sowohl nacht- als auch tagaktiv und führt ein für echte Mäuse untypisches Leben über dem Boden. Da ihre Lebensräume häufig überflutet werden, muss sie gelegentlich weite Strecken schwimmend zurücklegen. Regelmäßig stattfindende Hochwasserereignisse veranlassen sie gelegentlich zu einem Ortswechsel. Zur Fortbewegung zwischen den Halmen nutzt sie ihren Greifschwanz und Greifzehen. Der Aktionsraum einer Zwergmaus beträgt ungefähr 400 bis 600 m². Außerhalb der Fortpflanzungszeit von März bis Oktober teilen sich meist mehrere Individuen ein Revier und bilden zum Überwintern Gruppen, um ihre Überlebenschancen zu erhöhen.

Zwergmaus frisst
Nahrung:

Die Zwergmaus nimmt vorwiegend verschiede Samen und grüne Pflanzenteile zu sich, verzehrt jedoch auch wirbellose Tiere. Ihre Hauptnahrung besteht aus den Samen von Pflanzen der Hochgraszone und den darin lebenden Insekten. Im Winter ernährt sie sich fast ausschließlich von tierischer Kost, indem sie in den Halmen überwinternde Insektenstadien frisst. Ihre große Körperoberfläche im Verhältnis zum Volumen ist energetisch ungünstig und führt zu einem hohen täglichen Nahrungsbedarf. Die Zwergmaus muss pro Tag etwa 30% ihres Körpergewichts an Nahrung zu sich nehmen.

Fortpflanzung:

Die Fortpflanzungszeit der Zwergmaus erstreckt sich von März bis Oktober. Zur Jungenaufzucht legt sie runde Nester im Hochgras oder in Sträuchern in einer Höhe von 20 bis 50 cm über dem Boden an. Ein Weibchen bringt in 2 bis 3 Würfen nach einer Tragzeit von 21 Tagen 4 bis 7 Jungtiere zur Welt. Nach dem 11. Lebenstag nehmen diese bereits eigenständig Nahrung außerhalb des Nests auf. Die Säugezeit endet nach dem 15. Tag. Danach werden die Jungtiere vom Zwergmausweibchen im Nest zurückgelassen. Nach 6 bis 7 Wochen sind die jungen Zwergmäuse geschlechtsreif. Nur 1 bis 4% der im Herbst geborenen Tiere überleben den folgenden Winter, meist auf Grund ungenügender Kältetoleranz.

Besonderheiten:

Die Zwergmaus verfügt über ein vielfältiges Lautinventar. Neben auffälliger Balzrufe der Männchen können Drohrufe, ein Pfeifen und Kontaktlaute von Jungtieren vernommen werden. Ihr Gehörsinn ist ausgezeichnet, so nimmt sie Geräusche von bis zu 7 m Entfernung wahr. Ihr Sehsinn ist vergleichsweise schlecht entwickelt. Dennoch vermag sie es, Veränderungen von Schatten aus einigen Metern Entfernung wahrzunehmen. Über ihren Geruchssinn ist sehr wenig bekannt. Angenommen wird, dass er vor allem zur Abgrenzung der Reviere dient.

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