Devider Wildpark Schwarze Berge, Abschluss, weiß, gerissen

Säbelschnäbler

Steckbrief

Familie: Säbelschnäbler (Recurvirostridae)
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Lebensraum: Europa, Ost- und Süd-Afrika, Asien; Feuchtgebiete mit flachen Gewässern, Salinen, Salzwiesen
Sozialstruktur: in kleinen Gruppen; monogam
Nahrung: kleine aquatische Wirbellose und Wirbeltiere, gelegentlich Samen
Paarungszeit: März-April
Brutzeit: April-Juli
Brutdauer:
22-24 Tage
Größe:
Körperlänge 42-46 cm
Gewicht: 195-397 g
Höchstalter: 24-25 Jahre
Besonderheit: Säbelschnäbler ruhen oft schwimmend auf dem Wasser und bilden dabei als Gruppe einen schwimmenden Teppich.

Kennzeichen:

Sein markanter säbelartig nach oben gebogener Schnabel macht den Säbelschnäbler zu einem der auffälligsten Watvögel. Die graublauen Beine sind lang und dünn. Sein Oberkopf und Nacken sind schwarz. Das restliche Gefieder ist weiß mit schwarzen Schulterstreifen und Handschwingen.

Lebensraum/-weise:

Der Säbelschnäbler ist ein Standvogel bis Langstreckenzieher. Er überwintert teilweise schon in Südeuropa, aber auch in den Küstenregionen Afrikas. Die Brutgebiete liegen in erster Linie in der Nähe von Brack- und Salzwasserlagunen in Küstenregionen oder im Binnenland an Steppenseen. Auf dem Durchzug rastet er auch in der Nähe von Süßwasserseen im Binnenland.
Der Säbelschnäbler ist ein Vogel der schlammigen salzhaltigen Gewässer im Uferbereich. Nach erfolgter Jungenaufzucht im Juni ziehen die Jungvögel schon im September in die Überwinterungsgebiete in Frankreich, Portugal und Senegal. Die Altvögel mausern im Wattenmeer und folgen im November nach. Ab Ende März kann man Säbelschnäbler wieder im Watt beobachten.

Säbelschnäbler badend
Säbelschnäbler geht im Sand
Nahrung / Jagdweise:

Der Säbelschnäbler ernährt sich vor allem von kleinen Wassertieren wie Insekten, Krebstieren und Würmern. Ab und zu stehen auch Jungfische auf dem Speiseplan. Säbelschnäbler stehen oft in kleineren Gruppen zusammen und wirbeln Kleintiere mit den Füßen auf, die dann im Schnabel hängen bleiben, wenn er durch das seichte Wasser geschwenkt wird. Die Beute wird schließlich durch das arttypische Säbeln, eine mähende Seitwärtsbewegung des Schnabels, im Sediment oder Flachwasser ertastet und verschluckt. Bei jeder Mähbewegung werden etwa 30 cm² Schlamm abgetastet. Der Schnabel liegt dabei etwa 2 bis 3 cm tief im Sediment. In klarem Wasser können Säbelschnäbler auch gezielt visuell geortete Beutetiere von der Bodenoberfläche aufpicken.

Fortpflanzung:

Zur Brutzeit ziehen die Säbelschnäbler ab Ende März landeinwärts in die Sümpfe mit Brack- oder Salzwasser. Kurz vor dem Eintreffen in den Brutgebieten haben sich die Paare bereits gebildet, die nur eine Brutsaison zusammenbleiben. Gebrütet wird meistens in Kolonien, in offenen Bodenmulden auf einer Sand- oder Schlammbank oder in Spülsäumen. Balz und Paarung finden im seichten Wasser statt. Das Weibchen legt 3 bis 4 hellbraune, dunkel gefleckte Eier. Beide Elternvögel bebrüten die Eier 22 bis 24 Tage. Die Jungenaufzucht wird auch von beiden Elternteilen übernommen. Kurz nach dem Schlupf verlassen die Brutpaare mit ihren Jungen die Brutkolonien und ziehen in die Aufzuchthabitate, die häufig mehrere Kilometer entfernt sind und energisch verteidigt werden. Die Jungen sind nach 28 bis 32 Tagen flügge und brüten erstmals im zweiten Lebensjahr.

Besonderheiten:

Säbelschnäbler ruhen oft schwimmend auf dem Wasser und bilden dabei als Gruppe einen schwimmenden Teppich. Bei Gefahr geben sie laute Warnrufe von sich. Dabei wird die Tonhöhe stetig leicht verändert, so dass es sich so anhört, als würde er sich seinem Feind viel schneller nähern, als er es in Wahrheit tut. Um Nesträuber abzulenken, spielen Säbelschnäbler „verletzter Vogel“ und hinken krächzend von ihrem Nest weg, um das Interesse des Angreifers auf sich zu lenken. Der Sturzflug ist eine weitere Taktik, um andere Tiere vom Nest fern zu halten. Dabei fliegt der Säbelschnäbler mit rasanter Geschwindigkeit auf den Angreifer zu und dreht in der letzten Sekunde ab. Das wiederholt er so lange, bis der Nesträuber aufgibt.

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